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Anzucht & Pflanzenpflege

Nach der erfolgreichen Keimung beginnt die nächste wichtige Phase der Pflanzenentwicklung. Jetzt kommt es darauf an, junge Pflanzen richtig zu versorgen, ihr Wachstum zu unterstützen und sie Schritt für Schritt an ihre späteren Standortbedingungen zu gewöhnen. Hier finden Sie die wichtigsten Grundlagen rund um Pflege, Umtopfen, Düngung, Pflanzenschutz und Überwinterung.

Umtopfen

Umgetopft werden Pflanzen erst, wenn der bisherige Topf vollständig durchwurzelt und damit zu klein geworden ist. Ein typisches Anzeichen ist, dass deutlich häufiger gegossen werden muss, weil nur noch wenig Erde vorhanden ist, die Wasser speichern kann.

Wählen Sie den neuen Topf etwa zwei bis drei Größen größer als das bisherige Pflanzgefäß. Bei Palmen sollte das Gefäß eher hoch als breit sein, da sich ihre Wurzeln stärker in die Tiefe entwickeln. Bei normalem Wachstum wird ein Umtopfen häufig alle zwei bis drei Jahre notwendig.

Einige Pflanzen reagieren empfindlich auf Eingriffe an den Wurzeln. Entfernen Sie daher nur so viele Wurzeln wie unbedingt notwendig. Nach dem Umtopfen sollte für etwa zwei bis drei Wochen nicht gedüngt werden.

Auspflanzen ins Freie

Pflanzen, die später im Freien stehen sollen, müssen zunächst an die Bedingungen außerhalb des Hauses gewöhnt werden. Im Zimmer gezogene Jungpflanzen sollten deshalb langsam abgehärtet werden.

Stellen Sie die Pflanzen zunächst für etwa eine Woche an einen windgeschützten und schattigen, aber dennoch hellen Platz. Dadurch werden die Pflanzen stabiler und die Blätter entwickeln eine widerstandsfähigere Schutzschicht.

Werden Zimmerpflanzen direkt in die volle Sonne gestellt, können Blätter und Stängel durch die stärkere UV-Strahlung geschädigt werden. Bei angekündigten Nachttemperaturen unter etwa 8 °C empfiehlt es sich, empfindliche Jungpflanzen während der ersten Tage oder Wochen nachts wieder ins Haus zu holen.

Nährstoffversorgung & Düngung

Eine ausreichende Nährstoffversorgung spielt eine wichtige Rolle für ein gesundes Pflanzenwachstum. Wenn sich Pflanzen nur schwach entwickeln oder wenig blühen, kann eine unzureichende Versorgung mit Mineralstoffen eine mögliche Ursache sein.

Besonders schnell wachsende und stark blühende Pflanzen benötigen während ihrer Wachstumsphase regelmäßig Nährstoffe. Flüssigdünger eignet sich gut, da die Mineralstoffe direkt mit dem Gießwasser verteilt werden und den Pflanzen schnell zur Verfügung stehen.

Besonders wichtig sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Deshalb werden viele Dünger als NPK-Dünger bezeichnet. Die Nährstoffe werden über die Wurzeln aufgenommen und unterstützen unter anderem die Bildung von Blättern, Wurzeln und Blüten.

Der genaue Nährstoffbedarf unterscheidet sich je nach Pflanzenart. Beachten Sie deshalb immer die artspezifischen Pflegehinweise und vermeiden Sie sowohl eine Unterversorgung als auch eine Überdüngung.

Pflanzenschutz

Viele typische Schädlinge wie Weiße Fliege, Spinnmilben, Blattläuse oder Schildläuse treten besonders häufig bei trockener Zimmerluft auf.

Regelmäßiges Lüften und das vorsichtige Besprühen geeigneter Pflanzen mit möglichst kalkarmem Wasser können helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und ungünstige Bedingungen für viele Schädlinge zu schaffen.

Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig. Je früher Schädlinge oder Veränderungen an Blättern, Trieben und Wurzeln erkannt werden, desto einfacher lässt sich meist reagieren.

Vorbeugen statt bekämpfen

Eine gute Pflanzenpflege beginnt mit geeigneten Wachstumsbedingungen. Dazu gehören eine ausreichende Luftzirkulation, passende Lichtverhältnisse, eine angemessene Bewässerung und ein Pflanzgefäß mit funktionierender Drainage.

Staunässe ist eine häufige Ursache für Probleme. Braune Blattspitzen, welke Blätter oder Blattverlust können unter anderem auf dauerhaft zu nasse Wurzeln hinweisen.

Achten Sie deshalb auf Abflusslöcher im Pflanzgefäß. Eine Drainageschicht aus geeignetem Material kann zusätzlich helfen, überschüssiges Wasser vom Wurzelbereich fernzuhalten.

Überwinterung

Während der Überwinterung benötigen viele Pflanzen deutlich weniger Wasser und in der Regel keinen oder nur sehr wenig Dünger.

Einige Arten verlieren ihr Laub und können kühl und dunkel überwintert werden. Andere benötigen weiterhin Licht und moderate Temperaturen. Entscheidend ist, die jeweiligen Anforderungen der Pflanzenart zu beachten.

Während der lichtarmen Wintermonate sollte starkes Wachstum möglichst vermieden werden. Zu warme Temperaturen bei gleichzeitig wenig Licht können zu schwachen und instabilen Trieben führen.

Typische Pflegefehler

  • Zu häufiges Gießen kann zu Staunässe und Wurzelschäden führen.
  • Zu wenig Wasser kann besonders bei kleinen Pflanzgefäßen schnell zu Trockenstress führen.
  • Zu frühes oder zu starkes Düngen kann empfindliche Wurzeln schädigen.
  • Ein plötzlicher Wechsel vom Innenraum in die volle Sonne kann Sonnenbrand verursachen.
  • Zu trockene Raumluft kann das Auftreten verschiedener Schädlinge begünstigen.
  • Zu warme Überwinterung bei wenig Licht kann zu schwachen Trieben führen.