Weihnachten unter leuchtend roten Blüten

Der Neuseeländische Weihnachtsbaum (Metrosideros excelsa), in Neuseeland vor allem als Pōhutukawa bekannt, gehört zu den charakteristischen Bäumen der neuseeländischen Küstenlandschaft. Besonders auffällig sind seine dichten Blütenstände mit zahlreichen langen, meist dunkelroten Staubblättern.

Seinen deutschen Namen verdankt der Baum seiner Blütezeit auf der Südhalbkugel. Rund um den neuseeländischen Sommer verwandeln die roten Blüten manche Küstenabschnitte in ein auffälliges Farbenmeer. Dadurch wurde der Pōhutukawa eng mit der Weihnachtszeit in Neuseeland verbunden.

Warum wächst der Pōhutukawa ausgerechnet an der Küste?

Der natürliche Lebensraum des Pōhutukawa liegt vor allem in den Küstenregionen der neuseeländischen Nordinsel. Dort wächst er häufig unter Bedingungen, die für viele andere Bäume ausgesprochen anspruchsvoll wären.

Wind, salzhaltige Luft und felsiger Untergrund prägen viele seiner natürlichen Standorte. Alte Exemplare können dabei mächtige, weit ausladende Kronen und kräftige Stämme entwickeln und so zu einem markanten Bestandteil der Küstenlandschaft werden.

Ein Baum mit ungewöhnlichen Wurzeln

Der Pōhutukawa kann nicht nur Wurzeln im Boden bilden. Von seinen Ästen können sogenannte Luftwurzeln herabwachsen. Erreichen sie geeigneten Untergrund, können sie dort weiterwachsen und den ausladenden Baum zusätzlich unterstützen.

Diese Fähigkeit gehört zu den Besonderheiten der Gattung Metrosideros und trägt zum charakteristischen Erscheinungsbild alter Exemplare bei. Besonders eindrucksvoll wirken Bäume, deren Äste und Wurzeln sich über Felsen und Böschungen ausbreiten.

Warum ist der Pōhutukawa für Māori von besonderer Bedeutung?

Der Pōhutukawa besitzt in der Kultur und den Überlieferungen der Māori eine besondere Bedeutung. Eine bekannte Erzählung verbindet seine roten Blüten mit dem jungen Krieger Tāwhaki. Nach der Überlieferung sollen die roten Blüten an sein Blut erinnern, nachdem er bei dem Versuch, den Tod seines Vaters zu rächen, zur Erde gestürzt war.

Besonders bekannt ist außerdem ein alter Pōhutukawa am Cape Reinga an der Nordspitze Neuseelands. Das neuseeländische Department of Conservation beschreibt ihn als Teil einer Māori-Überlieferung über den Weg der Verstorbenen.

Māori-Überlieferung: Am Cape Reinga wächst ein alter, vom Wind gezeichneter Pōhutukawa an den Klippen. Nach der Überlieferung ist dieser Ort mit dem Weg der Geister der Verstorbenen in ihre ursprüngliche Heimat verbunden. Der Baum ist damit nicht nur eine botanische Besonderheit, sondern Teil einer kulturell bedeutenden Landschaft.

Wenn ein Weihnachtsbaum zum Sommerbaum wird

Für Menschen auf der Nordhalbkugel gehören Weihnachten, Winter und immergrüne Nadelbäume eng zusammen. In Neuseeland fällt Weihnachten dagegen mitten in den Sommer. Genau zu dieser Jahreszeit prägen die roten Blüten des Pōhutukawa vielerorts das Landschaftsbild.

So entstand eine ganz eigene Weihnachtssymbolik. Statt eines Baumes, der vor allem wegen seines immergrünen Nadelkleids mit Weihnachten verbunden wird, steht beim Pōhutukawa seine auffällige sommerliche Blüte im Mittelpunkt.

Ein Baum unter tierischem Druck

So widerstandsfähig der Pōhutukawa gegenüber den Bedingungen an der Küste sein kann, gegen eingeschleppte Tierarten ist er nicht automatisch geschützt. Besonders der aus Australien eingeführte Fuchskusu beziehungsweise Possum kann den Bäumen erheblich zusetzen.

Das neuseeländische Department of Conservation berichtet, dass Pōhutukawa zu den von Possums bevorzugten Pflanzen gehören. Bei starkem und dauerhaftem Verbiss können selbst ausgewachsene Bäume innerhalb weniger Jahre absterben.